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Unser Blitzlicht im Juli 2013

"Ihr dürft nicht nachlassen in eurem Bemühen um ein Europa in Frieden und Freiheit!"

Arthur Christiansen
Der bisher einzige deutsche Ehrenbürger der Stadt Glinde
Arthur Christiansen

wäre am 16. Juli 100 Jahre alt geworden.

Der in Büdelsdorf geborene Arthur Christiansen kam nach Lehrerexamen und Kriegsdienst im Jahr 1945 mit seiner Frau Gertie als Lehrer an die Volksschule Tannenweg nach Glinde. 1967 wurde er deren Konrektor und baute die neue Grundschule Wiesenfeld auf, die er ab 1972 bis zu seiner Pensionierung 1977 als Rektor leitete.

Christiansen war schon als Jugendlicher überzeugter Europäer. Die Vordenker eines einigen Europas, Aristide Briand und Gustav Stresemann, hatten tiefen Eindruck auf ihn gemacht. Die Nazizeit und die ersten Jahre des Wiederaufbaus einer Demokratie unterbrachen sein Engagement. Aber schon ab 1948 engagierte Arthur Christiansen sich in Glinde, zunächst im Kirchenvorstand, dann ab 1951 auch als wählbarer Bürger und ab 1952 als Gemeindevertreter.

1956 wurde Glinde auf sein Betreiben Mitglied im RGE, dem Rat der Gemeinden Europas. 1958 lernte er Dr. Marcellin Verbe, den Bürgermeister von St. Sébastien (bei Nantes) in Lüttich kennen, mit dem er bald Einigkeit über den Abschluss einer Verschwisterung der beiden Gemeinden erzielte. 1962 wurde Christiansen Glindes erster Bürgervorsteher. Und 1964 wurde feierlich der Verschwisterungsvertrag unterzeichnet. Christiansen plädierte aber auch für die Verständigung mit dem Osten und unterstützte den Abschluss des Partnerschaftsvertrages mit der ungarischen Stadt Kaposvár.


Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Arthur Christiansen im Juli 1990 durch Bürgervorsteherin Gerda Maßmann und Bürgermeister Hans-Peter Busch. Im Hintergrund die Partnerschaftssachbearbeiterin Edda Dienst; ganz rechts Yves Laurent, Bürgermeister von St. Sébastien.

Wegen seiner Verdienste um die Europäische Idee bekam Christiansen zahlreiche Auszeichnungen, so 1975 zum Ehrenbürger von St. Sébastien, 1988 die Goldene Partnerschaftsmedaille der Stadt Glinde, 1989 die Ehrenmedaille der Stadt Nantes und 1990 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Glinde. Er war Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Verdienstmedaille des Landes Schleswig-Holstein. Auch die Europa Union zeichnete ihn mehrfach aus.

Arthur Christiansen verstarb am 23.12.2005 im Alter von 92 Jahren, kurz nach seiner Frau Gertie, die ihm am 17.10.05 voran gegangen war. Auch im hohen Alter waren beide noch aktiv bei Verschwisterungstreffen und bei der Werbung für die "Vereinigten Staaten von Europa". Noch kurz vor seinem Tod forderte Christiansen von der Glinder Öffentlichkeit: "Ihr dürft nicht nachlassen in eurem Bemühen um ein Europa in Frieden und Freiheit!"

Arthur Christiansen konnte ältere und jüngere Menschen für Europa begeistern wie kaum ein anderer. Sein Andenken bleibt durch die "Allee Arthur Christiansen" in St. Sébastien und die "Arthur-Christiansen-Straße" in Glinde erhalten - und in den Herzen der Menschen, die ihn persönlich haben erleben dürfen.

Am 16. Juli werden offizielle Vertreter der Stadt Glinde um 11 Uhr an seinem Grab auf dem Glinder Friedhof (in Nähe des Ehrenmales) dieser großen Glinder Persönlichkeit gedenken.

Blitzlicht