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Unser Blitzlicht im Dezember 2011

100 Jahre Sönke Nissen

Sönke Nissen sen.

Im kommenden Jahr ist es genau 100 Jahre her, dass der durch Diamantenfunde in Afrika zu Reichtum gekommene frühere Eisenbahn-Oberingenieur Sönke Nissen das Gut Glinde kaufte. Der gebürtige Nordfriese ließ das Gutshaus, das ursprünglich etwas verspielt wirkte, 1912 durch den Hamburger Architekten Odt im Stil eines nordelbischen Herrenhauses mit klassizistischen Elementen umbauen.

Zugleich ließ Nissen auch die ersten Glinder "Sozialwohnungen" bauen, nämlich die Deputathäuser für seine Landarbeiter in der Dorfstraße, später auch in der ehemaligen Bahnhofstraße. Als Gutsherr führte er seinen Betrieb ausgesprochen sozial. So wurde der Lohn im Krankheitsfall weiter gezahlt (was sich allgemein erst in den 1970er Jahren durchsetzte!) und Arztkosten der Mitarbeiter übernommen. Er engagierte sich auch auf vielfältige Weise für die Gemeinschaft. Er stiftete ein Spritzenhaus für die Freiwillige Feuerwehr und ein Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Sönke Nissen war Gemeindevertreter, Amtsvorsteher und Kreistagsabgeordneter.

Auch zu seiner nordfriesischen Heimat hielt Nissen den Kontakt und war für die kleinen Gemeinden dort ein Wohltäter. Sein Name lebt fort in dem in der Nähe von Bredstedt belegenen Sönke-Nissen-Koog, dessen Bau er für seine frühere Heimat finanziert hat.

Das Gut Glinde führte Sönke Nissen nach dem Vorbild seines Vorgängers Rudorff mit dem Schwerpunkt auf Milchwirtschaft mit eigener Meierei weiter. Durch regelmäßigen Zukauf von Grundstücken vergrößerte er den Gutsbetrieb.

1921 heiratete Nissen Elisabeth Rabe. Am 25. Juli 1923 wurde Sönke Georg Nissen in Glinde geboren. Der Vater hatte nur kurze Zeit Freude an seiner jungen Familie. Er starb er bereits am 4. Oktober 1923 an Nierenkrebs und wurde auf dem Reinbeker Friedhof beigesetzt.

Sönke Georg Nissen verbrachte seine ersten Lebensjahre mit der Mutter auf Gut Glinde, später in Hamburg. Nach der Wiederheirat seiner Mutter mit dem Schweden Birger Dahlerus ging er mit der Familie 1936 nach Schweden. Nach dem Abitur und einem Chemiestudium folgte ein weiteres Studium zum Diplomkaufmann. Von 1951 bis 1954 war Nissen jun. in einem kanadischen Betrieb tätig, nach dem Tode seines Stiefvaters bis 1969 in der Geschäftsleitung von dessen Maschinenfabrik. Danach verwaltete er im Wesentlichen das Familienvermögen.

Sönke Georg Nissen war mit einer Schwedin verheiratet und hatte drei Kinder.
Er kam häufig nach Deutschland und besuchte sowohl den Koog als auch seinen Geburtsort Glinde. Für beide Bereiche hatte auch er stets ein offenes Ohr. So war er ein großer Förderer des DRK Glinde. Sein Name und der seines Vaters leben fort in der "Gemeinschaftszentrum Sönke-Nissen-Park Stiftung", in die er als Teil des Stiftungskapitals das ehemalige Gutshaus einbrachte. Sönke Georg Nissen starb 2002 im Alter von 79 Jahren.

Blitzlicht