Startseite - Aktuell     Wir über uns     Unsere Partner     Mitglied werden     AlexZander    Download     Kontakt    

www.glinde.de
Es war einmal...

Familie Suck

Das Vaterhaus der Alma Suck. Es wäre töricht, wollte ich dieses Haus, an der Glinder Au in der Dorfstraße gelegen, beschreiben. Die Bewohnerin Alma Suck hat es im Jahre 1900 so trefflich beschrieben, daß man nichts mehr hinzu fügen sollte. Lauschen wir ihren lyrischen folgenden Versen:

Mein Vaterhaus

Fern von dem Weltgetriebe in stiller Einsamkeit
verlebte ich die Jahre der glücklichen Jugendzeit.

Dort wohnen noch meine Lieben, dort ging ich als Kind ein und aus.

Die grünen Zweige neigen sich freundlich zum Fenster herein,
und abends glänzt durch die Scheiben der Sonne goldiger Schein.

Nicht fern von den Lindenbäumen da stehen in stolzer Pracht
drei hohe, mächtige Eichen, als hielten sie dort Wacht.

Die einst sie gepflanzt dort haben und treu gehegt und gepflegt,
deckt nun schon längst der Rasen, wo man sie zur Ruh´ gelegt.

Und weiter seh ich im Garten der Bäume große Zahl,
an deren Früchten wir Kinder gelabt uns so manches Mal.

Wenn in des Sommers Tagen die Luft so drückend und schwül,
wie war es dann im Schatten am Rande des Baches so kühl.

Wie floß das Bächlein am Garten so silberklar entlang, umschattet
von Büschen und Bäumen umtönt von der Vögelein Sang.

Wie klang aus dem nahen Gebüsche, wenn sich geneiget der Tag
und leise die Nacht sank hernieder, so süß der Nachtigall Schlag.

Und waren die muntern Sänger, gezogen übers Meer,
und wehten rauhe Winde, so kalt vom Norden her,
war rings die Erde gehüllet, in Winters Nacht und Garaus,
wie schön wars dann im lieben, im vertrauten Vaterhaus!

Ihr Räume, darin ich genossen der Kindheit reinstes Glück
wie lenk ich so gern aus der Ferne die Schritte nach euch zurück.

Alma Suck (1900)

Das Ehepaar Suck.

Der Anbauer Hinrich Suck gehört zu den großen Persönlichkeiten in der Geschichte der Gemeinde Glinde. Achtund- zwanzig Jahre hat er als Gemeindevorsteher die Geschicke der Gemeinde geleitet. Als er am 3. April 1919 auf sein silbernes Jubiläum als Gemeindevorsteher zurückblicken konnte, wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil. Die Delegierten der Gemeindevertretung überbrachten ihm Glückwünsche und als Zeichen des Dankes einen bequemen Ruhesessel mit den eingravierten Namenszügen der Gemeindevertreter.



Mit diesem Schreiben des königlichen Landrats, damals noch in Wandsbek, wurde der Anbauer Hinrich Suck in seinem Amt als Gemeindevorsteher der Gemeinde Glinde bestätigt. Obwohl er zunächst für sechs Jahre gewählt war, wurde er wegen seiner treuen Pflichterfüllung zum Wohle der Gemeinde immer wieder gewählt und hielt dieses Amt achtundzwanzig Jahre inne. Die Gemeinde Glinde würdigte seine Verdienste, indem sie die heutige Straße 'Suckkoppel' nach ihm benannte.


Bild: pem 1999