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Hof Redenwiesen

Hof Redenwiesen war für die Glinder über Jahrzehnte unbekanntes Territorium. Von der ehemaligen Bahnhofstraße (Avenue St. Sébastien) führte eine durch ein großes Tor versperrte Auffahrt in das tiefe Gelände, das sich bis über den Weidenweg hinaus ausdehnte. Mehr als die Zufahrt und den alten Baumbestand konnte man vom Tor aus, der heutigen Wegeeinmündung "Im Gellhornpark", auch nicht erkennen.

Ursprünglich war das Gebäude 1904 als "Villa Jagdhütte" von Adolph Friedrich Götting auf Redenwiesen erbaut worden. Nach seinem Tod 1912 ging es kurzfristig an den Kaufmann Laspe, der es zu einem Herrenhaus umbaute.
1919 erwarb es der Offizier Kurt von Gellhorn, dessen Familie das Anwesen bis zu Beginn der 70er Jahre bewohnte.

Die bei einem Bombenangriff 1944 getroffene Villa wurde nur notdürftig in Stand gesetzt. Erst als Park, Garten und Villa 1974/75 von der Gemeinde Glinde erworben wurden, erhielt das Herrenhaus ein neues Dach und zahlreiche Reparaturen.

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Dennoch nagte der Zahn der Zeit weiter an dem Gebäude. Nach vorübergehender Vermietung zu Wohn- und Gewerbezwecken stand es ab Mitte der 90er Jahre leer und war lange Zankapfel zwischen den Kommunalpolitikern.

Erst 2002/2003 einigte man sich darauf, das sanierungsbedürftige Gebäude zu verkaufen, um es durch einen privaten Eigentümer erhalten zu lassen. Die Stadt schien dazu wegen angespannter Finanzlage auf lange Sicht nicht im Stande.
Hossein Erfahni, der Pächter der Remise hat das Haus gekauft und will die "Gellhorn-Villa" nach Umbau und Sanierung als Kulturrestaurant wieder eröffnen. Auch an eine Weinstube im Keller ist gedacht.

In unmittelbarer Nachbarschaft liegt das Kutscherhaus, das nun gleichfalls den Besitzer gewechselt hat; dahinter ein früheres Nebengebäude, das von der Stadt zum Pfadfinderhaus umgebaut wurde und als solches erhalten bleibt.

Teile der Gartenanlage vom Hirtenweg zum Herrenhaus und zwischen Villa und Teich entsprechen noch dem ursprünglichen Zustand und stehen nach Landesrecht unter Denkmalschutz.

Über Oher Weg und Hirtenweg, dann links in den Gellhornpark erreicht man das Anwesen per PKW; mit dem Drahtesel oder zu Fuß auch von der Avenue aus oder über das Wanderwegenetz in Glinde Süd-Ost.

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Zeittafel
  • 1904 Direktor Adolph Friedrich Götting lässt auf Hof Redenwiesen seine "Villa Jagdhütte" errichten.
  • 1912 Nach Göttings Tod erwirbt der Hamburger Kaufmann Adolf Laspe das Gebäude von den Erben und baut es zu einem Herrenhaus um.
  • 1919 Der Berufsoffizier Kurt von Gellhorn kauft die Villa und betreibt mit Unterstützung seiner Frau Lilli eine kleine Landwirtschaft mit Pferden und eine Gärtnerei. Er lässt einen Garten im englischen Stil anlegen, der mit Rosenbögen, Buchsbaumhecken und Rhododendren beeindruckt.
  • 1944 wird das Anwesen bei einem Bombenangriff getroffen und schwer beschädigt. Kurt von Gellhorn erleidet dabei einen Herzinfarkt und verstirbt. Die Villa konnte danach nur notdürftig instand gesetzt werden, bleibt aber Familiensitz der von Gellhorns.
  • 1975 kauft nach Lilli von Gellhorns Tod die Gemeinde Glinde Hof Redenwiesen mit der Villa. Der Gellhorn-Park wird zum ersten Teilstück eines öffentlichen West/Ost-Grünzuges in Glinde. Zur Mitfinanzierung wird eine behutsame Bebauung im Bereich der früheren Zufahrt (Straße Im Gellhornpark) und Weidenweg ermöglicht. Die Villa und die Nebengebäude werden nach einer Sanierung für Wohn- und Gewerbezwecke vermietet.
  • 1998 war das Gebäude von Mietern frei. Es wurde über Kinderkrippe, Jugendzentrum oder gar Verkauf, jedoch ohne Einigung, diskutiert.
  • 2003 Der Glinder Gastronom Hossein Erfani-Far kauft die Gellhornvilla und das ehemalige Kutscherhaus. Ideenreich baut er die Villa im nahezu toskanischen Stil um und errichtet darin einen gastronomischen Betrieb sowie Büroräume.
  • 2005 wird das mit einem Aufwand von 1,5 Mio. Euro umgebaute Haus als "Villa Far" wieder eröffnet.

Kultur: