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Kurbelwellenwerk

Nahe der südlichen Stadtgrenze liegen an der Kreisstraße 80 die JURID-Werke, einer der Welt größten Hersteller für Bremsbeläge. Sie entwickelten sich nach dem Kriege auf dem Gelände der "Ku-Ha", des Kurbelwellenwerks Hamburg, eines Zweigbetriebs der Fried. Krupp AG aus Essen. Dieser war 1935/36 errichtet und 1943 noch einmal erweitert worden.
Kurbelwellenwerk Hallen 1943 Kurbelwellen für Lastwagen, Panzer und Flugzeuge sowie Naben, Zylinder und Nockenwellen wurden hier als Geheimprojekt der Wehrmacht konstruiert. Aus dieser Zeit resultiert auch der Gleisanschluss vom Bahnhof nach Süden. Man erkennt heute noch die bewaldete Grundstückseinbindung, die eine optimale Tarnung gegen Luftangriffe darstellte. So waren trotz der zahlreichen Hallen und Werkstätten auch lediglich etwa 10% des fast 60 Hektar großen Geländes bebaut.


Während des Krieges wurde das Werk überwiegend mit dienstverpflichteten Deutschen, Kriegsgefangenen und ausländischen Zwangsarbeitern betrieben, die im Lager Wiesenfeld in Baracken untergebracht waren. 1945 sollen insgesamt fast 6.000 Arbeitskräfte beschäftigt gewesen sein.


Die ursprünglichen "Kruppianer" waren auch Namensgeber für die 1936 bis 1938 errichtete "Krupp-Siedlung", die das Gebiet zwischen Papendieker Redder und Tannenweg sowie zwischen Sandkamp und Kleiner Glinder Berg umfasste. Hier fanden u. a. zahlreiche Arbeitskräfte aus Westdeutschland, die Krupp angeworben hatte, eine neue Heimat.


Nach dem verlorenen Krieg wurde das Kurbelwellenwerk von den Engländern besetzt und demontiert. Alles was brauchbar erschien, wurde außer Landes gebracht. Die Kurbelwellen GmbH musste liquidiert werden. Nach Freigabe des Geländes wurde es 1954 mit den JURID-Werken aus Düsseldorf belegt.


Weitere Informationen bekommen Interessierte im Stadtarchiv bei Dr. Carsten Walczok (donnerstags im Rathaus, Terminabsprache ratsam, Tel. 040 710 02 503) oder bei der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte des Heimat- und Bürgervereins.

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